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#7 Von Verkehrsknotenpunkten und Überlaufenden Plätzen


Well,

ein Konzept ist doch erst dann ausgereift, wenn es mindestens einmal über den Haufen geworfen wurde. So ist es heute weder Samstag noch Mittwoch, doch trotzdem ist heute Blog-Tag. Wir hoffen, dass das okay für euch ist, ansonsten könnt ihr ja den Eintrag auch erst Mittwoch lesen. Für Alle Anderen heißt es jetzt: Los Gehts! ;-) 


Wir sind nun ziemlich genau eine Woche unterwegs, und haben bereits über die Hälfte unserer Reise von Perth in eine kleine Stadt in Victoria hinter uns (leider).
Unsere Reise führt uns die meiste Zeit über die Nullabor Road, ein Highway, welcher die Städte Perth und Adelaide verbindet. Bei dem Wort Highway könnte man meinen, dass es eine 18-spurige Schnellstraße ist, leider müssen wir euch da enttäuschen. Es handelt sich dabei um eine normale, unspektakuläre Straße. Wobei... unspektakulär? Lest weiter, und dann werdet ihr merken, was man dort alles erleben kann. 


Nach der turbulenten Anreise zu unserem zweiten Schlafplatz, welche im vorherigen Blog zu lesen ist, sind wir am Morgen ausgeruht aufgewacht, um uns herum herrschte völlige Stille. Wir waren die ganze Zeit allein auf dem kleinen, abgelegenen Parkplatz an Miley’s Beach. Nach dem Frühstück erkundeten wir die Gegend. Neben dem Meer gab es noch einige Büsche und Sträucher, ein Dutzend (Riesen-) Ameisen und mehr Fliegen als frische Luft. Um an das Meer zu gelangen, mussten wir erst eine Art ausgetrocknete Bucht über eine Holzbrücke überwinden. Diese brach (wider erwarten) nicht zusammen, auch wenn sie so aussah, und wir wurden auch keine Opfer von Schlangenattacken. Nach der Überwindung der Brücke erblickten wir schnell die Belohnung für die kleine Hürde: das Meer und einen wunderschönen, einsamen Strand. Wir tankten noch ein wenig Sonne, und dann ging es wieder zurück. 

















Am Auto angekommen, sollte unsere Tour weiter gehen. Allerdings war da noch eine Echse, welche den Querverkehr darstellte und gemächlich unseren Weg kreuzte. Danach ging es aber wirklich los. 



Die Fahrt dauerte nicht sehr Lange, denn die Landschaft, die wir am Abend nicht richtig zu Gesicht bekommen haben, war einfach atemberaubend. Und vor allem anders als erwartet: Grün. So hielten wir schon nach einer Weile an einem Berg an und gingen kurz ein wenig wandern, als kleiner Ausgleich von der "langen Fahrt". 





Nachdem wir das auch mal erlebt hatten, fuhren wir weiter entlang der Küste, um dann wieder auf den Highway zu kommen. Unser geplantes Ziel für Mittwoch: Esperance (oder auch ESPERANZAA, so wie wir den Ort gern aussprechen). Ohne Ahnung, was uns in dieser Stadt erwarten würde (sie stand auf unserem Monopoly Australien, deshalb musste sie ja irgendwas zu bieten haben) meisterten wir die Strecke mit Bravour. Und kurz nachdem wir in Esperance angelangt waren, wussten wir, was dieses Städtchen mit knapp 15.000 Einwohnern so besonders machte. Die Küste! Der Ausblick, der uns empfing, war überragend und das Wasser, das Schönste, was wir bisher hier gesehen haben. Für uns hieß das Sonnen- und Meerbaden (ja, für UNS, auch die Frierkatze durfte mit ins Wasser). Auffallend waren auch die gigantischen Wellen, kein Wunder, dass Esperance als Surferparadies gilt. 






Leider ist Esperance nicht gerade offen, was campen angeht, und so mussten wir am Abend die Stadt wieder verlassen. Die Nacht verbrachten wir auf einem kleinen Parkplatz direkt an der Straße. Mitten im Nichts, nur 2 Mülltonnen leisteten uns Gesellschaft.



Der Donnerstag begann mit Regen und Wind. Wir verbrachten den ganzen Tag damit, Kilometer zu schrubben. So führte uns unsere Reise weg von der Küste und mitten rein ins Outback (endlich!). Nebenbei sind wir die längste völlig gerade befestigte Strecke in Australien gefahren: 146,6 Kilometer nur gerade aus. Hier viel uns das erste Mal auf, welches "Ritual" es auf den Outback-Straßen gibt. Das Gegenseitige Grüßen. Dabei ist es egal, wer oder was einem entgegen kommt, egal ob Fahrrad (ja, richtig gelesen), Motorrad, Auto, Van, LKW oder Road Train. Ist aber nicht so anstrengend, wie es vielleicht klingt, da die Verkehrsdichte nicht allzu hoch ist (zu Bestzeiten 1 Auto/5 Minuten).
An diesem Tag stellten wir noch etwas fest (vor allem aber Sarah), erschrocken und traurig, dass es nicht übertrieben war, wenn uns in Deutschland davor gewarnt wurde, dass überall tote Kängurus liegen würden. Tatsächlich gibt es bei den Straßen und daneben keinen Meter, auf dem kein totes Känguru oder Knochen ehemaliger zu finden sind. Wir sahen aber auch lebendige Exemplare, welche, wie sich das gehört an der Straße standen und warteten, eh wir passierten. Auch war es jetzt deutlich weniger grün als zuvor an der Küste und so nahm Australien die Gestalt an, die wir uns zuvor auch vorgestellt hatten. Unser Nachtlager war ein Rastplatz, auf welchem ordentlich Verkehr herrschte (es waren ca. 10 weitere Reisende vor Ort).




Am Freitag konnten wir nach dem Aufstehen (alle anderen hatten den Platz schon verlassen) ein Känguru beobachten, dass auf dem Parkplatz anscheinend seine Runde gedreht hat und geguckt hat, ob bei den Toiletten (wenn man es so nennen kann) alles in Ordnung ist. An diesem Tag hieß es für uns Ciao Westaustralien und Welcome Südaustralien. Kaum hatten wir die „Grenze“ passiert, konnten wir die steile Küste und die einzigartige Natur bewundern. Die Nacht von Freitag auf Samstag verbrachten wir in der Nähe eines Walaussichtspunktes. Dieser war allerdings von den Eintrittspreisen her viel zu teuer, außerdem hat man ja keine Garantie, eines oder mehrere dieser gigantischen Tiere zu erblicken, welche um diese Zeit hier in den Buchten von Südaustralien ihre Jungen bekommen.



 
Highlight des Samstags war die fällige Quarantänekontrolle. Wir mussten sprichwörtlich die Hosen runterlassen, der Mitarbeiter war sehr penibel (für australische Verhältnisse, er hat überall mal einen kleinen Blick drauf geworfen). Sämtiches frisches Obst und Gemüse (bei uns zum Glück nur ein paar Kartoffeln) wurde herausgesucht und abgegeben. Die Begründung dafür: Fruchtfliegen. Die Menschen in Südaustralien haben schon merkwürdige Ängste. 

Ansonsten hieß es fahren fahren fahren. Die Nacht verbrachten wir, nachdem die letzten Tage schon wenig Zivilisation hatten, mitten im Nirgendwo in einem Wald. Es war herrlich, man hatte die absolute Ruhe und einen traumhaften Sonnenuntergang. Wir hatten an diesem Tag die Nullabor Road für einen Ausflug an einen der Zipfel des Landes verlassen. 




Sonntag fuhren wir nach Fowlers Bay. Unsere Hoffnung: ein paar Wale sehen. Dies war leider nicht der Fall. Dafür konnten wir aber in ein paar Dünen herum klettern und uns fühlen wie auf einer Wüstenexpedition. 





Danach war dann die nächste Monopoly-Stadt an der Reihe: Port Lincoln. Nachdem Esperance ein voller Erfolg war, erwarteten wir viel. Leider wurden wir ein bisschen enttäuscht, nicht zuletzt wegen des Wetters (13 Grad und Nieselregen). Naja, zumindest konnten wir einkaufen und an einem der Trinkwasserspender kostenlos ein paar unserer Flaschen auffüllen. Beim Einkaufen wurde uns bewusst, warum die Südaustralier nicht wollten, dass Obst und das Andere aus anderen Regionen mitgebracht werden. Kosten in Westaustralien 3 Kilo Kartoffeln ungefähr $3-$4, bezahlt man hier gut und gern das doppelte bis dreifache. Nachdem wir Port Lincoln hinter uns gelassen haben, haben wir 50 Kilometer entfernt einen wunderschönen Platz an einer Bucht gefunden. Unsere ganz eigene Bucht mit eigenem Meer, auch hier wieder keine Menschenseele. Schlafen beim Rauschen des Meeres und dem Pfeiffen des Windes - Überragend. Daher blieben wir Sonntag und Montag an diesem perfekten Platz. Zeitdruck haben wir ja glücklicherweise keinen. Die erhofften Delfine und Wale haben wir bisher leider noch nicht sehen können, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir verbrachten unsere Zeit mit Vanputz und Blogschreiben, außerdem bekam Rex, unser treuer Kumpane, ein neues Outfit.








Es grüßen, die am Strand entlangschländernden und die Zeit vor der Arbeit genießenden Aussies,

Sarah & Flo

Ps: Während unserer Fahrt haben wir (auf eine Empfehlung hin) ein Hörbuch namens "Oxen" gehört. Ein sehr empfehlenswerter Dänischer Thriller. "Well" ist eine der wiederholt vorkommenden Phrasen, die uns besonders im Gedächtnis geblieben ist. 



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